Frauenwerk lädt zu Weltgebetstags-Werkstätten ein
Zwei Veranstaltungen in Ronnenberg und Barsinghausen
27.01.2010 - Quelle: Frauenwerk
Seit einigen Jahren bieten die Verantwortlichen in der Frauenarbeit im Kirchenkreis im Team mit der Kreisfrauenbeauftragten Petra Wegner Werkstätten zum Weltgebetstag (WGT) an. Jetzt trafen sich Frauen und Männer zur Vorbereitung in Ronnenberg und Barsinghausen.
Die "Reise" des diesjährigen WGT am Freitag, 5. März, führt auch im Kirchenkreis Ronnenberg nach Kamerun. Weltweit laden dazu Frauen in ökumenischen Gottesdiensten ein. In diesem Jahr steht die Gebetsordnung unter der Überschrift „Alles, was Atem hat, lobe Gott“.
Fast 50 Frauen und ein Mann aus dem ganzen Kirchenkreis Ronnenberg kamen nach dem Auftakt in Ronnenberg am Dienstag, 26. Januar, zur zweiten Werkstatt im Gemeindesaal der Mariengemeinde zusammen. „Es ist ein schönes Land, ein Land, das im Süden sehr regenreich ist, im Norden aber auch unter der zunehmenden Trockenheit leidet. Es gibt Bodenschätze, wie Erdöl, Regenwald. 40 Prozent der Bevölkerung ist jünger als 18 Jahre“, erzählte Pastorin Uta Junginger. Gleichzeitig kamen die Probleme Kameruns zur Sprache. So wachse die Gruppe der unversorgten alten Menschen in den Städten. Der Grund: die junge Generation stirbt vorzeitig an Aids. Und der Regenwald verschwindet zunehmend, wir für neue landwirtschaftliche Flächen, zum Beispiel für Tee, der in den Export geht, gerodet. „In Kamerun ist es noch üblich, dass Kleidung extra geschneidert wird. Frauen haben dadurch ihr Auskommen. Billige Altkleider, die aus Europa dort auf dem Markt landen, zerstören diese Strukturen“, erklärte Junginger. Und auch Diakonin Evelin Vogt-Rosemeyer wies auf Zusammenhänge zwischen europäischen Konsumgewohnheiten und die Folgen in Kamerun hin: „In der Kühltheke finden wir fast nur noch Hühnchenfiletteile. Die restlichen Teile überschwemmen den Markt in Kamerun. Frauen, die auf den Dörfern Hühner halten, verlieren ihre Absatzmärkte“, sagte sie und wies auf das Motto von Brot für die Welt „Niemand is(s)t für sich allein“ hin. Hunger sei in den meisten Fällen eine Folge von Verteilungsproblemen und nicht von zu wenig Nahrung, erklärte sie. Zur Weltgebetstagswerkstatt gehörte neben den Informationen zum Land auch das Gespräch über die Bibeltexte, das Singen der schwungvollen neuen Lieder aus Kamerun und das Probieren von Rezepten aus dem Land – passend zum Motto des Weltgebetstags: „Informiert Beten – betend Handeln“
Fotos: Freitag, Wegner (Werkstatteindrücke aus Ronnenberg und Barsinghausen)
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