Die Michaeliskirche

Schlaglichter auf die Geschichte

Antje Haeseler aus Ronnenberg hat im Jahrgang 2016/17 eine Ausbildung zur Kirchenführerin in der Landeskirche Hannovers absolviert. Ihre Ausführungen zur Geschichte und Gestaltung der Kirche stehen auf dieser Seite zur Verfügung. Zur Prüfung gehörte auch ein kirchenpädagogischer Teil. 

  • Die Michaeliskirche gehört zu den ältesten Kirchen im Calenberger Land und hat im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Umbauten erfahren. Die ältesten Bauteile der ursprünglich als romanische Basilika erbauten Kirche stammen vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. 1291 wurde die Michaeliskirche zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Bau begann circa um 1150.
  • 1473/74 wurde der gotische Chor mit 4 Maßwerkfenstern angebaut.
  • Im Jahre 1542 begann unter Elisabeth von Calenberg mit Hilfe von Antonius Corvinus die Reformation im Calenberger Land.
  • Das heute am Durchgang von der Turmhalle in das Kirchenschiff eingebrachte Bonifatiusportal ist wahrscheinlich der Eingang zu der älteren Bonifatiuskapelle gewesen, deren Entstehungszeit umstritten ist. Sie wurde bereits 1078 urkundlich erwähnt.
  • Durch einen Orkan stürzte 1630 der Turm der Michaeliskirche ein und beschädigte den Westteil. Für den Wiederaufbau verwendete man Steine der Bonifatiuskapelle.
  • Im Jahre 1741 standen wieder größere Umbauarbeiten an. Es wurden zusätzliche Fenster und Türen eingebaut. Raum für mehr Kirchenbänke wurde geschaffen. 1200 Personen hatten nun Platz.
  • Ihre heutige äußere Form erhielt die Kirche durch den Umbau in den Jahren 1876/77 unter der Leitung des Königlichen Baurates Conrad Wilhelm Hase aus Hannover.
  • Die künstlerische Ausgestaltung der Michaeliskirche erfolgte überwiegend zwischen 1877 und 1903 durch die Kunstmaler Schaper und Koch.
  • 1903 erfolgten wieder Baumaßnahmen unter dem Architekten Wendebourg. Eine Trockenlegung und Drainage sowie eine elektrische Beleuchtung wurden installiert.
  • Im 1. Weltkrieg wurden die beiden großen Glocken zerstört; an ihrer Stelle erhielt die Kirche drei neue Glocken im Jahre 1921.
  • 1965 beschloss man eine Gesamtrestaurierung der Michaeliskirche. Im Rahmen der Heizungserneuerung fand man im Kircheninneren etliche alte Gräber. Die Wandmalereien wurden restauriert. Das hölzerne Glockengestühl wurde gegen ein eisernes ausgetauscht. Man entfernte ebenso die Orgelempore. Die Orgel erhielt ihren heutigen Standort oberhalb der inneren Eingangstür.
  • 1982 entdeckte man im Rahmen einer Umgestaltung im Turmraum romanische Bögen, die nun die Turmhalle und das Kirchenschiff optisch miteinander verbinden.
  • 1983 wurde das ehemalige Eingangsportal der Bonifatiuskapelle von der Außenwand ins Innere versetzt. Es hatte stark unter Umwelteinflüssen gelitten und drohte zu verfallen. Bis heute bildet das Portal die Rahmung für den Eingang ins Kirchenschiff.
  • Die letzte größere Renovierung fand 2005/2006 statt. Der graue Anstrich aus dem Jahre 1965 wurde entfernt, so dass heute die Bemalung aus dem 19. Jahrhundert wieder sichtbar ist. Die Kirche erhielt neue Lampen und eine gute Ausleuchtung mit Strahlern. Alle Kunstwerke wurden fachmännisch gereinigt. 

Das Bonifatiusportal

Das Portal der ehemaligen Bonifatiuskapelle ist, vorsichtig geschätzt, ca. 1000 Jahre alt. Es hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. C.W. Hase fügte im 19. Jahrhundert die in den Mauern verbauten Einzelteile wieder zum Portal zusammen; aber auch hier in der Westwand war es nur Baumaterial ohne Funktion bis es, wie oben beschrieben, 1983 seine heutige Funktion übernehmen konnte. Es ist heute der einladende innere Eingang in unsere Michaeliskirche. Das Portal gehört zu den ältesten kirchlichen Kulturdenkmälern Niedersachsens. Ein Abdruck hiervon befindet sich im Landesmuseum in Hannover.