Superintendent Hermann de Boer hält die Gastrede beim Ronnenberger Stadtempfang

Bürgermeister Wolfgang Walther ehrt verdiente Bürgerinnen und Bürger

21.01.2012 - Quelle: Kirchenkreis

Seit einigen Jahren lädt der Kirchenkreis am Abend vor dem Reformationsfest Vertreter des öffentlichen Lebens zum Empfang ein. Fragen von Kirche und Gesellschaft stehen dann auch im Mittelpunkt der Reden, zu denen auch Politiker eingeladen wurden. Umgekehrt erfolgte nun eine Einladung an Superintendent Hermann de Boer, beim 25. Empfang der Stadt Ronnenberg die Gastrede zu halten. "Ich bin mir bewusst: es ist keineswegs selbstverständlich, dass ein Vertreter der evangelischen Kirche auf einem Stadtempfang das Wort ergreift. Dass ich heute hier zu Ihnen sprechen kann, betrachte ich als Ausdruck eines konstruktiven Miteinanders von Kirche und Stadt in Ronnenberg, das – so ist mein Eindruck – beiden Seiten zugutekommt", meinte de Boer zu Beginn seiner Rede. Er ging unter anderem auf Entwicklungen in der modernen Gesellschaft im Verhältnis zur Religion ein. Anders als erwartet, habe sich die moderne Gesellschaft nicht zur religionslosen Gesellschaft entwickelt, so de Boer. Religion und Kirche blieben auch heute unverzichtbar, unter anderem in der Bildungsverantwortung, im Engagement für
Menschen in Not, als Ort der Begegnung und auch in der politischen Verantwortung. "Es bleibt daher der Auftrag der Kirche, sich öffentlich zu Wort zu melden, wenn es um die Fragen von Krieg und Frieden, um unsere Verantwortung für die Schöpfung oder um die Frage nach dem Beginn und dem Ende menschlichen Lebens geht. Jedes Zusammenleben von Menschen, auch in der pluralistischen Gesellschaft, erfordert, sich über die Prinzipien zu verständigen, die von allen respektiert werden müssen. Das bedeutet: es müssen auch Grenzen der Pluralität anerkannt werden und es müssen Regeln für ein Miteinander gemeinsam gefunden werden. Angesichts der wachsenden Gefahr, die vom Rechtsextremismus in unserem Land ausgeht, brauchen wir eine Verständigung darüber, was eine offene und demokratische Gesellschaft zusammenhält: die gemeinsame Überzeugung, dass jeder Mensch seine Würde hat, unabhängig von Geschlecht, Einkommen, Herkunft, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit. Alle Kirchen und Religionsgemeinschaften stehen deshalb gemeinsam in der Verantwortung, jeder Abwertung von menschlichem Leben und jeder Ausgrenzung von Fremden entschlossen entgegenzutreten", hieß es in seiner Rede.
Zu Beginn des Stadtempfangs in der Aula der Marie-Curie-Schule in Empelde resümmierte Bürgermeister Wolfgang Walther die politischen Entwicklungen des letzten Jahres in Bund, Land und Kommune. Es liege ein "ziemlich erfolgreiches" Jahr hinter der Kommune, aber das Thema der Verschuldung bleibe aktuell. Aber: "Ronnenberg wird eine soziale Stadt bleiben", betonte Walther und verwies auf die neue Jugendhilfestation, die in Kürze eröffnet werde und darauf, dass die kleinen Bibliotheken und Museen im Stadtgebiet erhalten werden. Auch die Ortsfeuerwehren seine im Bestand sicher, so Walther. Die Veranstaltung wurde vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr aus Ihme-Roloven musikalisch umrahmt.

Fotos und Text: Freitag

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