Informationen zum Projekt "Heimat in der grünen Wüste"
„Brot für die Welt“ unterstützt Kleinbauern in Brasilien
Vor einer Generation wuchs hier noch üppiger Regenwald, der Menschen, Tieren und Pflanzen reichlich Nahrung bot. Jetzt leben die brasilianischen Tupiniquim- und Guarani-Indianer in der grünen Wüste: Um sie herum stehen nur noch die Eukalyptus-Monokulturen der weltgößten Zellulosefabrik „Aracruz“. Seit über 35 Jahren pflanzt der Papiermulti auf großen Plantagen Eukalyptus an. An einem Tag benötigt nur eines von seinen insgesamt drei Werken so viel Wasser wie die 400.000 Einwohner von Vitoria, der nahe gelegenen Hauptstadt des Bundesstaates Espiritu Santo.
„Unsere Flüsse sind ausgetrocknet, das Grundwasser gesunken und auf den von Herbiziden vergifteten Böden wächst kaum noch etwas“, klagt Valdeir de Almeida. Der 42-jährige ist Kazike und damit Häuptling des Tupinikim-Dorfes Pau-Brasil. Sein Dorf wehrt sich gegen die Prak-tiken von Aracruz-Celulose, die Flüsse umleiten ließen und illegal erworbenes Land nicht wieder an die Kleinbauern zurückgaben.
So steckten die Indianer das ihnen zustehende Land selber ab, rodeten Eukalyptus-Plantagen, gründeten Siedlungen und bauten Gemüse an, um ihre Familien wieder ernähren zu können.
„Wir machen das experimentell“ sagt Jaihan Canilinho, „bis wir herauskriegen, was wächst. Wir haben Glück. Der Boden ist hier nicht ganz so ausgelaugt wie in den Nach-barsiedlungen. Jaihan ist Dorfvor-steher und zeigt voll Stolz auf die Bohnen, eine von acht Gemüse-sorten, die gleich vor seiner Hütte wachsen.
Unterstützung bekommen die Indianer vom „Brot für die Welt“-Partner FASE. Gemeinsam mit der Kleinbauernvereinigung APTA beraten und schulen sie die Indianer, machen Lobbyarbeit bei Politikern und Behörden. „Öffentliche Aufmerksamkeit bringt uns dem Ziel näher, dass das Land seinen rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben wird“, erklärt Alacir De’ Nadai, Projekt-koordinatorin bei FASE.
Und auch die Verbraucher in Deutschland können ihren aktiven Beitrag leisten: Papier-taschentücher und Toilettenpapier mit dem blauen Umweltengel enthalten keinen gebleichten Zellstoff und machen so die Plantagenwirtschaft überflüssig.
Damit „Brot für die Welt“ weiterhin Menschen weltweit in ihrem Engagement für ein Leben in Würde unterstützen kann, bitten wir um Ihre Spende!
(Text: Sonja Domröse, Öffentlichkeitsbeauftragte im Sprengel Stade)
Information über das Brot für die Welt Projekt 2006