Jugendarbeit war Schwerpunktthema in der Konferenz der Hauptamtlichen
Landesjugendwartin hielt Impulsreferat
14.12.2011 - Quelle: Kirchenkreis
Zur letzten Kirchenkreiskonferenz in diesem Jahr trafen sich die Hauptamtlichen im Kirchenkreis am Mittwoch, 14. Dezember, in den Räumen der Wennigser Marien-Petri-Gemeinde. Unter der Überschrift "Jugendliche eine Heimat finden lassen - Jugendarbeit unter heutigen Bedingungen", hielt die Landesjugendwartin Petra Pieper-Rudkowski einen Vortrag, anschließend wurde im Plenum diskutiert. Die Jugendarbeit sei eine Aufgabe, für die die Landeskirche Personal und Finanzen bereitstelle - die Gemeinden vor Ort seien dann für die konkrete Jugendarbeit verantwortlich. Akuelle Herausforderungen für Jugendarbeit seien unter anderem die Fragen wir die Kirche weiterhin Jugendliche ansprechen und binden kann, auch wenn es durch den demografischen Wandel weniger Jugendliche gibt, wie sich Kirchengemeinden ermutigen lassen, lebendige Jugendarbeit zu gestalten und wie diese gestärkt werden kann. "Jugendarbeit braucht Begleitung", betonte Petra Pieper-Rudkowski. Für diese Aufgabe werde reale Zeit benötigt und außerdem müsse die Kirchengemeinde (oder mehrere gemeinsam) Gelegenheitsstrukturen und Räume zur Verfügung stellen. Eine Studie im Jahr 2006 ("Realität und Reichweite") habe ergeben, dass immerhin 10,1 Prozent aller Jugendlichen mit Evangelischer Jugend in Kontakt stehen oder standen. Aber: 80 Prozent der Jugendlichen in der Ev. Jugend seien Schüler/innen und Student/innen. Damit erreiche die Kirche eher die bürgerliche Mitte. Nur, wer jemand kenne, komme letztlich auch in die Ev. Jugend. Heimat werde dort erlebt, wo "ich Freunde, Freundinnen treffe", "wo ich so sein kann, wie ich bin und etwas für andere tun kann" und "wo ich mitwirken kann", nannte die Referentin mehrere Gründen für Jugendliche, sich zu engagieren. Etwas für andere, für sich und Geborgenheit in der Gruppe - diese drei Elemente gehörten immer zu einer gelingenden Jugendarbeit dazu. An die Rolle der "Alteren" (z.B. Hauptamtliche, ältere Jugendliche) gäbe es die Erwartung der Jugendlichen, dass sie "einen guten Job machen", dass sie "Orientierung geben können" und dass sie im Sinne eines "Back office" im Hintergrund wirken, dass sie Räume öffnen, präsent sind, Impulse geben, aber nicht die Macher. Dies könne auch im Diskurs, in der Diskussion geschehen, auch, damit sich die Jugendlichen weiterentwickeln können. Eine Kirchengemeinde müsse letztlich Jugendarbeit auch wollen, Jugendliche ernstnehmen und sie nicht an den klassischen Gottesdienst anpassen wollen. Sie bräuchten eher eine Chance, die eigene Art des Christseins, der Spiritualität, zu entwickeln. Für die Angebote vor Ort folgere daraus, dass eine Kirchengemeinde, ein Kirchenvorstand, bewusst überlege, was angeboten werde. "Nicht zu viel auf einmal", mahnte die Landesjugendwartin. Kräfte sollten gebündelt werden, die Jugendlichen einbezogen werden und ein Bild, eine Vision davon entwickelt werden, wie es aussehen könnte. "Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit" und es gibt "Jugendarbeit nicht zum Nulltarif", schloss sie.
Foto/Text: Freitag
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