Landwirtschaftliche Nutztierhaltung war Schwerpunktthema der Kirchenkreistagssitzung

Gremium tagte in den Räumen der Petrusgemeinde Barsinghausen

18.02.2012 - Quelle: Kirchenkreis Ronnenberg

Mit der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung griff der Vorstand des Kirchenkreistages bewusst ein aktuelles Schwerpunktthema für die Sitzung des Gremiums am Freitag, 17. Februar, auf. "Das Thema ist auch in einigen Gemeinden sehr aktuell und wird kontrovers diskutiert", erklärte der KKT-Vorsitzende Helge Johr in seiner Begrüßung. Als Referenten hatte der Vorstand Karl-Heinz Friebe vom kirchlichen Dienst auf dem Lande im Haus kirchlicher Dienste, den Göxer Landwirt Friedrich Rodewald und Hannelore Plaumann vom BUND Ronnenberg eingeladen. Friebe stellte zunächst das Aktenstück Nr. 84 der amtierenden Synode vor. "Ausgangspunkt des Aktenstücks war die Bitte der Kirchengemeinde in Wietze um eine Stellungnahme", erklärte Friebe. Die Landessynode stellte abschließend mehrere Folgerungen und Forderungen fest. Für die gesamte Landwirtschaft, egal, ob konventionell oder ökologisch, gelten der Schutz und die Gerechtigkeit gegenüber allen Lebendigen. So dürften Tiere beim Transport und bei der Schlachtung keine Angst, Schmerz und Leid erleben. Es müssten alles Menschliche und technische eingehalten werden, um auch die Verhaltensweisen der Tiere in der Aufzucht und der Schlachtung zu berücksichtigen. Die handelnden Personen sollten entsprechend qualifiziert sein. Der Schutz der Gesundheit von Tier und Mensch ist ebenfalls eine Forderung der Landessynode. Hinzu kommt die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit. Es dürften nicht mehr Ressourcen verbraucht werden, als sich regenerieren könnten, außerdem muss die Biodiversität erhalten werden und die Belastung von Luft, Wasser, Boden verringert werden. Wichtig sei auch, so Friebe, dass sich das Konsumverhalten ändere. "Statt einem billigen Preis muss der Wert des Lebensmittels in den Mittelpunkt rücken", erklärte Friebe. Er bedauerte auch einen hohen Verlust von hauswirtschaftlicher Kenntnis.
In ihren Statements und der anschließenden Diskussion wiesen Friedrich Rodewald und Hannelore Plaumann auf verschiedene Probleme hin. Teils erziele die Landwirtschaft für ihre Produkte geringere Preise, als die Herstellung gekostet habe, erklärte Friedrich Rodewald. Der Preisdruck sei immens. Gesetze würden ständig verschärft und die politische Zuverlässigkeit sei nicht gegeben, kritisierte er. Subventionen hätten die Landwirtschaft abhängig gemacht, sie seien außerdem ungerecht. Hannelore Plaumann wies auf Belastungen von Gewässern nur Nitrateintragungen hin, die zu 61 Prozent aus der Landwirtschaft stammten. Die Überdüngung und die intensive Beackerung führten außerdem zum Verlust von Lebensräumen von Tieren. Sie wies auch auf die Probleme hin, die resistente Keime bereiten. Ihr Interesse sei es, die bäuerliche Landwirtschaft durch faire Preise zu stärken und einen schonenden Umgang mit den Ressourcen zu erreichen. Angesichts der Fülle der Themen und angesprochenen Probleme wollte der KKT weiter beraten, erklärte Helge Johr. Im Ausschuss für Kirche und Gesellschaft könne eine Beschlussvorlage für den nächsten KKT vorbereitet werden, so Johr.
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Friedrich Rodewald, Hannelore Plaumann und Karl-Heinz Friebe (von links) diskutierten Fragen der Landwirtschaft und der Nutztierhaltung.

Service: Das Aktenstück Nr. 86 zum Download

Aktenstück Nr. 86 der 24. Landessynode der ev.-luth. Landeskirche Hannovers

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