Krankenkassen fördern Personalkosten im Ambulanten Hospizdienst
AOK Regionaldirektion übergibt symbolischen Scheck
21.08.2009 - Quelle: Kirchenkreis
Für Maria Bernarding sind die Zahlen nicht das Entscheidende ihrer Arbeit als Koordinatorin im Ambulanten Hospizdienst „Aufgefangen“ im Kirchenkreis Ronnenberg.
„Wir begleiten jeden Sterbenden und ihre Angehörige individuell. Es ist eine Chance, in dieser Zeit für sich zu sorgen, so wie es eben auch für die Geburt, den Beginn des Lebens, viele Angebote gibt“, meinte die hauptamtliche Koordinatorin des Hospizdienstes anlässlich eines Termins, bei dem eben doch Zahlen eine wichtige Rolle spielten: Der AOK-Regionaldirektor Carsten Cohrs überreichte gestern einen symbolischen Scheck über die Fördersumme von gut 16 370 Euro.
Damit fördert die Krankenkasse, wie andere Kassen auch, anteilig Personalkosten für die hauptamtliche Kraft im Hospizverein. „Krankenkassen sind dazu gesetzlich verpflichtet. Aber uns ist die Aufmerksamkeit für die Arbeit sehr wichtig“, betonte Cohrs bei der Spendenübergabe.
Im Ambulanten Hospizdienst „Aufgefangen“ arbeiten derzeit mit Maria Bernarding weitere 67 Ehrenamtliche. 68 Sterbende wurden in den ersten Monaten dieses Jahres betreut, so viele wie im ganzen letzten Jahr. Zurzeit werden 22 Männer und Frauen begleitet. Dies geschieht zu Hause, im Altenheim oder auch im Krankenhaus. Maria Bernarding schult regelmäßig Ehrenamtliche. „Ein Jahr dauert die gründliche Ausbildung. Außerdem gibt es sechs Gruppen, die sich regelmäßig zum Austausch treffen“, berichtete sie. Zudem führt sie erste Gespräche mit den Betroffenen, knüpft Kontakte zu Ärzten oder Pflegediensten. Auf den hohen Bedarf reagierte „Aufgefangen“ bereits und stockte die Stelle der Koordinatorin von 30 Stunden auf 40 auf. Mittlerweile sei wieder eine Grenze erreicht und werde beraten, wie eine Ausweitung der hauptamtlichen Mitarbeit möglich sei.
Maria Bernarding verwies auf einen wichtigen Aspekt des Hospizdienstes. „Wir bringen Zeit mit. Dies ermöglicht den Angehörigen, am alltäglichen Leben teilzunehmen, sich Inseln zu schaffen, in denen sie sich erholen können“, meinte sie. Eine auch bittere Erfahrung der Betroffenen sei die Einsamkeit im Sterben. Oft ziehe sich das Umfeld nach und nach zurück. Die Ehrenamtlichen im Hospizdienst leisten immer mehr, betonte sie. Spenden, auf die der Verein angewiesen sei, zeigten auch die Wertschätzung dieser Arbeit.
„Aufgefangen“ lädt auch Trauernde ein. Im Oktober beginnt eine Gruppe für Trauernde im Hospizdienst in der Hinterkampstraße 16. Außerdem öffnet jeden zweiten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr das Trauercafé in den Räumen der Jugendwerkstatt „Roter Faden“, Nenndorfer Straße 63, in Empelde.
Foto (Freitag): Carsten Cohrs von der AOK-Regionaldirektion überreicht an Maria Bernarding einen symbolischen Scheck für die Arbeit des Hospizdienstes.
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