Fachmann informiert über Energieeinsparmöglichkeiten an kirchlichen Gebäuden

Energiegutachten werden zurzeit in beiden Kirchenkreisen erstellt

28.03.2009 - Quelle: Kirchenkreis

„Es bleibt uns nichts anderes, als den Prozess zu entschleunigen“, sagte Michael Bruns-Kempf. Der Mitarbeiter der Arbeitsstelle Umweltschutz im Haus kirchlicher Dienste der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers sprach am Freitag im Bredenbecker Gemeindehaus über den Klimawandel und seine schon jetzt spürbaren Folgen. Seine Zuhörer: Gut 40 Kirchenvorstände, Küster und Baufachleute aus Kirchengemeinden in den Kirchenkreisen Ronnenberg und Laatzen-Springe. Sie nahmen an einer sechsstündigen Schulung teil. Das Ziel der Arbeitsstelle Umweltschutz: Eine deutliche Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe durch verschiedene Maßnahmen. Bereits vor eineinhalb Jahren habe die 23. Landessynode ein Ziel formuliert, erklärte Bruns-Kempf. Bis zum Jahr 2015 sollen im Vergleich zu den Daten von 2005 die Emissionen von Kohlendioxid aus kirchlichen Gebäuden um 25 Prozent reduziert werden. „Die hat die Synode als Bitte an die Kirchengemeinden formuliert, die schließlich in ihren Entscheidungen autark sind. Gleichzeitig hat die 24. Synode ein Energieeinsparungsprogramm von 2,85 Millionen Euro beschlossen, um Maßnahmen zu fördern. Das ist ein erster Schritt“, erläuterte Bruns-Kempf. Vor allem der Blick auf die Praxis in den Kirchengemeinden stand im Mittelpunkt der Schulung am Freitag. Jeder Teilnehmer bekam eine Mappe in die Hand mit vielen Informationen, digitalem Material und Checklisten. „Eines der Probleme bei unserem Gebäudebestand ist ja, dass der überwiegende Teil so alt ist, dass er vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 entstand. Hier ist der Verbrauch von Energie sehr hoch“, so Bruns-Kempf. Natürlich sei ihm auch bewusst, dass besonders die effektiven Maßnahmen, wie Fassadendämmung oder neue Fenster viel Geld kosten würden. „Aber es ist auch ohne viel Geld viel Möglich. Allein durch die Veränderung des Nutzerverhaltens und schon durch die genaue Erfassung der Verbräuche lässt sich eine Einsparung verzeichnen“, meinte er. Hierfür seien die Checklisten geeignet, mit denen in jeder Gemeinde die Verbräuche von Pfarr- und Gemeindehäusern ermittelt werden können. Außerdem hatte Bruns-Kempf viele praktische Tipps zum effektiven Lüften, der Einstellung von Thermostaten oder auch den Einsatz von Zeitschaltuhren parat. Parallel zur Schulung initiierte das Kirchenkreisamt in Zusammenarbeit mit beiden Kirchenkreisen bereits ein weiteres Projekt. „Zurzeit wird für jedes Gebäude ein Energiegutachten erstellt. Wenn die Ergebnisse vorliegen, können wir auch Prioritäten setzen und besondere Maßnahmen auch mit Zuschüssen begleiten. Die Gutachten helfen bei der Bewertung“, erklärte Ulf Pöhler vom Kirchenkreisamt Ronnenberg während der Versammlung.

Fotos und Text: Freitag

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