Pastor Friedrich Strauß verabschiedet sich vom Benther-Berg-Pfarramt

Vier Orte feiern Gottesdienst in Lenthe

29.08.2011 - Quelle: Kirchenkreis

Ehrenamtliche, frühere und aktuelle Kollegen, Mitglieder aus vier Kirchen- und Kapellenvorständen, Vertreter von Vereinen, Verbänden und Parteien verabschiedeten sich am Sonntag, 28. August, in einem emotional anrührenden und auch fröhlichen Gottesdienst in der Kirche zu den 10000 Rittern in Lenthe von „ihrem“ Pastor Friedrich Strauß. Der 63-Jährige geht in den Ruhestand, lebt künftig mit seiner Frau Sonngard in Syke. Er wirkte 23 Jahre in den Gemeinden Benthe, Lenthe, Northen und Everloh, dem "Benther-Berg-Pfarramt", das von ihm geformt und geprägt wurde.
„Der Pastor ist anders“ – mit diesem Buchtitel knüpfte Superintendent Hermann de Boer an das Wirken Friedrich Strauß‘ an. „In der Tat ist er anders als die herkömmliche Erwartung, anders als viele Pastoren. Und vielleicht deshalb ist er überzeugend“, meinte er in seinen Worten vor Strauß‘ Entpflichtung von dessen Dienst. Und: „Wir können uns glücklich schätzen, wenn es solche Pastoren gibt“, sagte de Boer und dankte auch persönlich für die kritische Solidarität des Kollegen, die nie bequem, aber immer hilfreich war. Strauß suchte immer die Nähe zu den Menschen, blieb Pastor mit Leib und Seele, bemängelte die Beamtenmentalität in der Kirche und machte sich für die Ökumene stark. „Danke für deine Freundschaft“, schloss de Boer. Auch andere Redner betonten die besondere Persönlichkeit des Pastors. Er sei immer im Einsatz für die Gemeinden gewesen, habe ein offenes Ohr und eine offene Tür gehabt, sagten Vertreter der Kirchenvorstände in einem Dialog.
Pastor Gerhard Wagner aus Siebenbürgen würdigte das Engagement Strauß' für die Partnerschaft mit Scholten, Rumänien, die seit über 20 Jahre besteht. Es werde noch lange, in Scholten und auch in Benthe und den anderen Orten, von Friedrich Strauß erzählt werden.
„Es gibt keine Funktion in der Kirche, die nicht von Ehrenamtlichen ausgeübt werden könnte“, betonte Strauß in seiner Predigt seine Überzeugung vom Priestertum aller Gläubigen. „Jeder Getaufte hat direkten Zugang zu Gott, alle wirken mit am Reich Gottes“, sagte er. Allerdings habe dies auch Konsequenzen für das eigene Leben. „Gott sei dank habe ich in meinem Leben wenige Wüstenstunden erlebt. Gott hat mich durch alle Krisen und Brüche meines Lebens geführt“.
Das Pfarramt „Benther Berg“ wird als dreiviertel Stelle fortgesetzt. „Die Chancen sind nicht schlecht, dass es schnell weiter geht“, kündigte de Boer an.

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