Kirchenvorstände aus der Region Barsinghausen diskutieren über "pro und contra" Gemeindeverbände

Veranstaltung mit Superintendent Hermann de Boer in Kirchdorf

21.01.2008 - Quelle: Kirchenkreis

Wie kann die Zusammenarbeit zwischen den Kirchengemeinden in der Region Barsinghausen weiter intensiviert werden? Welche Strukturen helfen, auch mit weniger Mitteln noch inhaltliche Schwerpunkte zu setzen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Versammlung von Kirchenvorständen und Hauptamtlichen am Donnerstag, 17. Januar, im Gemeindehaus „Arche“ in Kirchdorf. Seit dem Herbst letzten Jahres liegt den Gemeinden ein Vorschlag des Kirchenkreisvorstandes (KKV) zur Bildung von so genannten „Gemeindeverbänden“ vor. Superintendent Hermann de Boer erläuterte nun nach einer ersten Diskussion im Oktober in der Regionalversammlung die Idee und Hintergründe vor rund 30 Gästen. „Die Einnahmen der Kirche gehen weiter zurück. Um handlungsfähig zu bleiben, müssen wir auch neue Strukturen schaffen, weil die bisherigen der Arbeit nicht mehr gerecht werden“, erklärte er. Nach einer ersten Phase der Regionalisierung, in der die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden erfolgreich „eingeübt“ wurde, soll nun eine verbindlichere und dauerhaftere Form geschaffen werden. Der Gemeindeverband (GV) würde eine neue Körperschaft öffentlichen Rechts sein und zum Beispiel Träger von Freizeiten für Kinder und Jugendliche sein können. Er könnte Anstellungsträger für einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein, Aufgaben, wie den Konfirmandenunterricht gemeinsam planen und Konzepte erstellen oder Pfarrbezirke so aufteilen, dass die Arbeit gleichmäßig auf alle Schultern verteilt wird. Im Vorstand würde jede Gemeinde vertreten sein. Die Satzung des GV könne in unterschiedlicher Form gestaltet werden und auf die Region „zugeschnitten“ werden. Jede Gemeinde muss dem zustimmen. „Wichtig beim Vorschlag des KKV ist, dass alle Gemeinden erhalten bleiben. Das ist nicht in allen Kirchenkreisen selbstverständlich. Gleichzeitig ist eine Schwerpunktsetzung der Gemeinden denkbar. Nicht jede Gemeinde kann zukünftig alles machen“, unterstrich Hermann de Boer. Er sei felsenfest davon überzeugt, dass der Gemeindeverband die richtige Struktur in der Zukunft sei. Neben vielen Vorteilen nannte der Superintendent auch Nachteile. So würde neben den Gemeinden und dem Kirchenkreis eine neue Ebene geschaffen, die auch zusätzliche Arbeit in Gremien mit sich bringe. Kirchenvorstände gäben Kompetenzen ab und ein Pastor ist zukünftig nicht mehr nur für seine Gemeinde zuständig. „Insgesamt müssen wir die Entscheidung nicht überstürzen und es soll nichts verordnet werden. Wir können in Ruhe weiter beraten“, betonte de Boer. Das Thema wird in der nächsten Regionalversammlung am 29. Februar weiter diskutiert. Geplant ist außerdem ein Erfahrungsaustausch mit Kirchenkreisen, in denen bereits Gemeindeverbände eingeführt wurden.

Foto: (Freitag) Superintendent Hermann de Boer im Gespräch mit der Regionsvorsitzenden Pastorin Ute Kalmbach (Mitte) und ihrer Stellvertreterin Annette Kuban.

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