Vortrag von Professor Josuttis in der Reihe "Heilige Räume?"
Mehr als 60 Gäste im Gemeindehaus der Marien-Petri-Gemeinde Wennigsen
20.09.2006 - Quelle: Kirchenkreis
Drei Vorträge stehen neben anderer Veranstaltungen auf dem Programm der Kirchenkreis-Reihe "Heilige Räume?". Am 19. September sprach der emeritierte Göttinger Theologie-Professor Manfred Josuttis im Wennigser Gemeindehaus. Mehr als 60 Gäste hörten und diskutierten seine Gedanken über "Heilige Räume". "Es gibt keine neutralen Räume. Sie wirken auf die Personen, die in diesem Raum sind. Wenn ich ein Trauerhaus besuche, dann ist dieses mit Trauer gefüllt und ich werde davon ergriffen", machte er deutlich. Im Unterschied zu einem Funktionsraum (Gemeindesaal), sei die Kirche (Beispiel: Klosterkirche Wennigsen) ein gefüllter Raum. Oft ständen Kirchen entweder an zentralen Orten, erhöht oder auch auf alten Kultplätzen, von denen eine heute unbekannte Kraft ausgehe, die aber zum Beispiel im Mittelalter, als eine Kirche gebaut wurde, noch bekannt gewesen sei. Ein heiliger Räum entsteht zum Beispiel durch einen Altar, einer Kanzel, dem Taufstein. In ihm ist die Gegenwart Gottes spürbar. Die lokale Begrenzung sei die Voraussetzung für die Begegnung mit der Gottheit. Auch in der Menschwerdung Gottes nimmt sie einen Raum (Leib) ein. Um Gott einziehen zu lassen, müssten Menschen im heiligen Raum beten, ihn anrufen, den Raum weihen. Wenn diese heiligen Räume aufgegeben werden müssten, müsse auch für den Auszug eine Feierform und eine angemessene Nachnutzung gefunden werden. Menschen suchten in diesen heiligen Räumen Frieden und Stille. Dies zu vermitteln, sei eine Aufgabe von einladenden Kirchen.
Mehr über die gesamte Veranstaltungsreihe:
http://www.kirchenkreis-ronnenberg.de/angebote/heiligeraeume.html
Fotos: Sabine Freitag.
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