Rund 1400 Bürgerinnen und Bürger unterstützen Petition des Kirchenkreises Ronnenberg für eine Besserstellung von Hartz IV-Empfängern mit schulpflichtigen Kindern

Unterschriftensammlung geht an den Landtag und den Bundestag

11.10.2007 - Quelle: Kirchenkreis

Familien mit schulpflichtigen Kindern, die mit Sozialleistungen, wie dem Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) leben müssen, haben es schwer, finanziell über die Runden zu kommen, vor allem, wenn zum Schuljahresbeginn Materialien, wie Hefte, Mappen und Tuschkästen gekauft werden müssen oder zusätzliche Gelder für Kopien oder Fahrten fällig werden. „Das sprengt den ohnehin knappen Etat und erschwert die Teilhabe an Bildung“, war eine Erfahrung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich im Frühjahr an der Aktion „sieben Wochen mit Hartz IV“ im Kirchenkreis Ronnenberg beteiligten. Eine ihrer Schlussfolgerungen: „Wir wollen uns für mehr Gerechtigkeit und Chancen vor allem für Kinder und Jugendliche einsetzten“. Deshalb startete nun der Kirchenkreis im September eine Unterschriftensammlung. Die Petition lag seit der „Woche der Diakonie“ in Kirchengemeinden aus. Außerdem sammelten einzelne Aktive die Unterschriften. Fast 1400 Unterschriften kamen so zusammen. Diese schickten am Mittwoch, 10. Oktober 2007 die Initiatoren, wie Kirchenkreissozialarbeiterin Andrea Schink, Marion Meents aus Kirchdorf, der Egestorfer Pastor Reinhard Dunkel und Superintendent Hermann de Boer auf den Weg. Die Petition richtet sich an den Niedersächsischen Landtag, den Deutschen Bundestag und geht außerdem mit der Bitte um Unterstützung an die Landtags- und Bundestagsabgeordneten aus dem Bereich Barsinghausen, Gehrden, Wennigsen und Ronnenberg. „Die Erfahrungen mit der Unterschriftensammlung sind positiv. Bei einem Waldgottesdienst im September haben fast alle unterschrieben. Und auch andere gesellschaftlich engagierte, wie Gewerkschaftsmitglieder, haben sich beteiligt“, sagt Pastor Reinhard Dunkel. Seine Egestorfer Gemeinde zog eine weitere Konsequenz aus der Aktion. Der Kirchenvorstand beschloss, dass Hartz IV-Empfänger und ihre Angehörigen zum Beispiel die Beiträge für Konfirmandenfreizeiten oder Eintrittsgelder aus der Diakoniekasse erstattet bekommen. Dieser Beschluss wurde im letzten Gemeindebrief veröffentlicht. Und auch für Superintendent Hermann de Boer zieht die Aktion weitere Kreise. So wollte er auf einem Treffen mit Religionslehrerinnen und -lehrern darüber sprechen. Schließlich sei dies auch ein Thema der Schulen, die dafür sensibilisiert werden sollten, sagte der Theologe. Nun hoffen die Ideengeber für die Petition, dass sie entsprechend in den Gremien beachtet wird und sich auch in der politischen Diskussion mehr bewegt - letztlich zugunsten von Kindern und Jugendlichen und ihren Bildungschancen.


Foto: Von links nach rechts: Sie bringen die Petition auf den Weg: (von links) Pastor Reinhard Dunkel, Marion Meents, Kirchenkreissozialarbeiterin Andrea Schink und Superintendent Hermann de Boer. (Foto und Text Freitag)

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