Wohnhaus und Tagesstrukturstätte für seelisch Kranke entstehen

Grundstein wurde am 11. November gelegt

17.11.2009 - Quelle: Kirchenkreis

Die Petrusgemeinde und der Verein für Gemeindediakonie Barsinghausen haben am 11. November auf dem Kirchengelände den Grundstein gelegt für die Wohnanlage mit 23 Apartments für seelisch Behinderte. In das Gebäude sollen im Mai 2010 die ersten Bewohner einziehen.

Der erste Spatenstich für den rund 1,33 Millionen Euro teuren Komplex war vor knapp vier Wochen. Inzwischen ist die Stahlbetonplatte gegossen, die das Gebäude trägt, und die Kanalisationsarbeiten haben begonnen. Noch in dieser Woche sollen die Handwerker mit den Mauern loslegen. "Eigentlich ist das kein Bauwetter", sagt Architekt und Kirchenvorstand Helmut Meyer. Der Bagger sei schon mehrmals im Schlamm versunken. Die Nässe habe eine Grundsteinlegung zu einem früheren Zeitpunkt verhindert. Als Untergrund für die Betonplatte musste erst eine Kiesschicht ausgebracht werden.

Gestern betonierten Meyer, Frauke Geib und Katrin Börnert vom Kirchenvorstand sowie Pastor Friedhelm Feldkamp eine Aluminiumrolle mit Zeitungen und der Zeichnung für die Baugenehmigung ein und legten den Grundstein für das Projekt Petrushof, das über die Region hinaus einmalig ist. Bauherr ist die gleichnamige gemeinnützige Gesellschaft Petrushof. Gesellschafter sind die Petrusgemeinde und der Verein für Gemeindediakonie. Sie haben das Konzept der Anlage in den vergangenen Jahren optimiert.

Zum Projekt gehört der Ausbau des ehemaligen Pfarrhauses II zu einer Tagesstätte für seelisch Behinderte. Hier investiert die Kirchengemeinde rund 450 000 Euro. Der Umbau ist zum Jahreswechsel fertig.

Feldkamp dankte dem Kirchenvorstand für die Geduld, und dass er bereit sei, viel Geld zu investieren, um kranken Menschen zu helfen. Das sei nicht selbstverständlich. "Die Gemeinde mit der Kirche liegt im Mittelpunkt der beiden Gebäude".

Im Appartementhaus haben die Wohnungen mit Küchenzeile und Bad jeweils eine Größe von etwa 34 Quadratmetern. Die Gesellschaft investiert rund 1,33 Millionen Euro. Sie erhält einen Zuschuss von 150000 Euro vom diakonischen Werk der Landeskirche und 50000 Euro von der Landeskirche. Bei der Aktion Mensch sind 130 000 Euro beantragt. Die Gesellschaft bringt einen Eigenanteil auf und nutzt ein Darlehen.
"Wie lange die Erkrankten im Alter von 18 bis 65 Jahren bleiben, hängt vom Grad der Behinderung ab. Es können viele Jahre sein", sagt Joachim Richter, Leiter des Kirchenkreisamtes Ronnenberg, der ehrenamtlich die Geschäfte des Petrushofes führt. Die Gesellschaft wird etwa sechs Arbeitsplätze schaffen. Aufenthalt und Therapie der Bewohner und Nutzer übernimmt das Landessozialamt. Ein Einrichtung passt gut ins diakonische Netzwerk: Die Gemeinde versteht sich seit Jahresanfang als Familienzentrum mit vielen Angeboten, der Diakonieverein betreibt das evangelische Marienstift mit einer Tagespflege und eine Sozialstation in Barsinghausen.


Foto und Text: Treeske Hönemann, Calenberger Zeitung

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