Vortrag über "Kirchenräume - ihre Gestalt und Bedeutung"

Professor Schwebel war zu Gast in Gehrden

27.09.2006 - Quelle: Kirchenkreis

"Kirchen sind Räume, in denen wichtige Erfahrungen möglich sind. In ihnen zeigt sich eine Spur des Lebens. Sie ist wie ein Gedächtnisspeicher. Keine Kirche ist letztlich fertig", sagte Professor Horst Schwebel am Dienstag, 26. September, vor rund 35 Gästen in der Margarethenkirche Gehrden. Der Marburger Theologe plädierte für eine "Gestaltung mit Anspruch", wenn Kirchenräume verändert werden. Sonst bestehe die Gefahr, dass diese verunstaltet werden.
Er ging in seinem rund 70-Minütigen Vortrag zunächst auf Phasen im Kirchenbau ein (z.B. Gotik, Einflüsse der Reformation, Neugotik, moderner Kirchenbau). In gotischen Kirche vereine sich zum Beispiel das gesamte mittelalterliche Weltbild in einem Bauwerk. Im zweiten Teil des Vortrags erläuterte er einzelne Elemente aus vier Kirchen im Kirchenkreis (Klosterkirche Wennigsen, Michaeliskirche Ronnenberg, Petruskirche Barsinghausen und Margarethenkirche Gehrden). Zur Frage nach dem "Heiligen" in Kirchenräumen erinnerte er an die Theologie Luthers. Die Kirche sei kein besonderer Raum, sondern wichtig für die Zusammenkunft der Gemeinde, zur Verkündigung des Wortes Gottes und des Empfangs der Sakramente. Zum Gedanken des Heiligen gehöre immer auch der Teil des "Profanen". "Dieses Teilung und Trennung lehne ich ab. Jesus hat in seinen Begegnungen mit anderen Menschen gerade diese Trennung durchbrochen", meinte der Referent.

Fotos: (S. Freitag) oben: Professor Horst Schwebel; unten: Blick in den Kirchenraum.


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