Teilnehmer der Stromfastenaktion treffen sich zum Gespräch
Austausch über die bisherigen Erfahrungen zur Mitte der Fastenzeit
16.03.2009 - Quelle: Kirchenkreis
Fastenzeit einmal anders: Statt auf Alkohol oder Schokolade zu verzichten oder in einer Fastengruppe das eine oder andere Kilogramm zu verlieren, sind im Kirchenkreis Ronnenberg 50 Haushalte den versteckten „Energieverschwendern“ auf der Spur. Sie nehmen an der Aktion „Stromfasten“ teil, zu der der Kirchenkreis zusammen mit der Klimaschutzagentur der Region Hannover eingeladen hat. Mit Erfolg: „Die Resonanz war sehr gut. Es gab sogar noch mehr Anfragen, als die der 50 beteiligten Haushalte“, sagte Projektleiter Helke Neuendorff von der Klimaschutzagentur. Die Idee ist verblüffend einfach. „Durch die Aktion sprechen wir vor allem Menschen an, die durch ihren Hintergrund, durch ihr Engagement in der Kirchengemeinde, schon sensibilisiert sind für die Bewahrung der Schöpfung. Und wir können dadurch einen neuen Akzent in der Fastenzeit setzen“, erklärte er Gespräch. Zum Konzept des Stromfasten gehört eine ausführliche Energieberatung der jeweiligen Haushalte durch Fachleute der Klimaschutzagentur. Als besonderer Service wurden insgesamt 210 Energiesparlampen und 66 abschaltbare Steckerleisten in den Haushalten kostenlos ausgetauscht. Außerdem erhielten die Teilnehmer eine Liste, in der Stromverbräuche eingetragen werden können. Jetzt fand zur „Halbzeit“ der Fastenzeit ein Treffen von Teilnehmern in der Kirchdorfer Gemeinde statt, um sich über die Erfahrungen auszutauschen. Deutlich wurde das Erstaunen über die Effekte der einfachen Maßnahmen. „Der Verbrauch in unserer Wohnung sank in einer Woche von 70 auf nun 55 Kilowattstunden. Das ist enorm, zumal wir keine Nachteile dadurch in Kauf nehmen mussten“, erklärte ein Teilnehmer. Sein Fazit: „Die Fastenzeit wird ein Dauerzustand“. Andere zeigten sich erstaunt über die Ergebnisse der Energieberatung. Sie wurden auf verdeckte Stromfresser aufmerksam. „Unsere Waschmaschine verbraucht zum Beispiel trotzdem acht bis zehn Kilowatt Strom, obwohl der Schalter aus ist. Jetzt ziehen wir den Stecker, wenn sie nicht in Betrieb ist“, erzählte ein Ehepaar. Eher erschrocken war Familie Happel aus Argestorf. „Wir dachten immer, wir sind schon sparsam. Dann waren wir auf einmal im roten Bereich. Drei Stromfresser, alte Gefriertruhen und ein Kühlschrank, wurden entdeckt. Diese Geräte werden jetzt definitiv ausgetauscht“, meinte sie. Auch Superintendent Hermann de Boer beteiligt sich am Stromfasten. „Wichtig ist mir, dass wir durch die Aktion eben auf diese Möglichkeiten des bewussten Umgangs mit Energie, mit Ressourcen hinweisen. Mit dem Stromfasten überdenken wir auch unsere Gewohnheiten im Blick auf knapper werdende Energiereserven“, betonte er auf Nachfrage. Für Projektleiter Neuendorff ist die Stromfastenaktion ein erfolgreiches Pilotprojekt. „Denkbar ist, dass wir diese bundesweit wohl einmalige Aktion für die gesamte Region Hannover ausweiten, vielleicht zieht die Idee auch weitere Kreise“, erklärte er zufrieden.
Foto: Projektleiter Helke Neuendorff (zweiter von links) erklärt Uwe Brand und Ursula und Helmut Bohlmann (von links) die Vorteile der abschaltbaren Steckerleisten und Energiesparlampen.
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