Verein für Gemeindediakonie richtet Tagespflegeplätze für Pflegebedürftige ein
Umbau im Erdgeschoss des Marienstiftes in Barsinghausen
18.03.2009 - Quelle: Kirchenkreis
An der Vorderfront des Hauses bereiten zurzeit Handwerker die fast 40 Quadratmeter große Terrasse vor, im Marienstift selbst sind die Bauarbeiten vorangeschritten, in einem der Bäder wird gewerkelt, neue Durchgänge entstehen und Wände werden neu gesetzt. Arbeiten für ein neues Angebot im Marienstift. Ab Mai steht im Erdgeschoss des Hauses, im 1998 errichteten Zwischenbau, auf gut 300 Quadratmetern Fläche der Bereich für die neue Tagespflege zur Verfügung. „Bis zu 15 Besucher werden dann je nach Bedarf von einem bis zu fünf Tagen in der Woche im Marienstift betreut und gefördert“, erklärte gestern Joachim Richter, Leiter des Kirchenkreisamtes und Vertreter des Trägers, dem Verein für Gemeindediakonie Barsinghausen. Damit erweitere der Verein, der auch Träger des Marienstifts und der Diakonie- und Sozialstation ist, die Palette des pflegerischen Angebots und komme dem Wunsch vieler Angehöriger und Pflegebedürftiger nach, möglichst lange im häuslichen Umfeld zu wohnen. Investiert werden rund 130000 Euro; die Klosterkammer Hannover und das Diakonische Werk der Landeskirche fördern das Projekt. „Die Tagespflege bietet Angehörigen auch die Chance, in der Woche ohne schlechtes Gewissen ihren Hobbys oder privaten und beruflichen Verpflichtungen nachzukommen“, sagte Elena Schwindt, die künftige Leiterin der Tagespflege. Die 34-jährige examinierte Altenpflegerin arbeitet bereits seit elf Jahren im Marienstift in der Schillerstraße und absolvierte ein berufsbegleitendes Studium zur Pflegefachwirtin. Folgen wird eine geronto-psychiatrische Fortbildung. Schwindt legt Wert auf ein offenes Konzept. „Wir wollen hier leben. Die Besucher kommen miteinander in Kontakt, wir kochen oder backen gemeinsam, wir gehen raus. Denkbar ist auch, dass Ehrenamtliche ins Haus kommen, und Angebote machen“, meinte sie. Zwei Vollzeitkräfte erweitern bei 15 Plätzen das Team. Mit eingebunden werden Ergotherapeuten und andere Fachkräfte. Individualität werde groß geschrieben. „Die verschiedenen Bedürfnisse nach Aktivitäten oder auch nach Ruhe und Rückzug werden ernst genommen. Deshalb gibt es neben dem Gruppenbereich auch Ruheräume, wie einen Snozzleraum“, betonte Richter. Die Einrichtung öffnet ab Mai wochentags jeweils von 8 bis 16 Uhr. Ein Fahrdienst wird angeboten. Der Kostenbeitrag ist individuell unterschiedlich, die Tagespflege werde aber seit der Pflegereform im Juli letzten Jahres besser gefördert, erklärte Elena Schwindt. Im April plane der Verein einen Tag der offenen Tür und einen Infoabend im Marienstift. Anmeldungen nimmt Heimleiterin Inge Otterstätter bereits unter Telefon 05105/526270 entgegen.
Foto (Freitag): Architektin Beate Oelze (Mitte) sorgte für die planerische Umsetzung des Baus; Joachim Richter und die Tagespflegeleiterin Elena Schwindt entwickelten mit anderen Fachleuten das inhaltliche Konzept.
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