Erster Bericht von Sibylle Wilke über ihre Ankunft in Boa Vista/Brasilien

Kirchdorferin schreibt über ihre ersten Eindrücke

12.02.2009 - Quelle: Kirchenkreis

Seit dem 1. Februar ist Sibylle Wilke für ein halbes Jahr zu Gast in der Brasilianischen Partnergemeinde Boa Vista. Heute hat mich ihr erster Bericht erreicht. Sie schreibt:

"Endlich möchte ich mal einen Bericht über meine ersten Tage hier in Boa Vista geben. Ich wurde sehr herzlich von zehn Gemeindemitgliedern am Flughafen empfangen und dann gleich in ein Restaurant entführt. Das war nicht so ganz einfach für mich nach 28 Stunden Reisezeit und der plötzlichen Wärme. Ich wohne mit der Pastorin im kleinen Pastorenhaus mit dem Gemeindebüro. Jeder hat ein Zimmer und eine Küche, die wir gemeinsam bewirtschaften, also eine richtige WG. Das Haus ist wirklich sehr baufällig, die Wände werden von Termiten zerfressen und ansonsten haben wir viele Tierchen als Mitbewohner. Aber alle sind sehr bemüht, es für mich „wohnlich“ zu bekommen. Gestern bekam ich einen Läufer vor mein Bett, damit ich nicht gleich auf dem Zementboden laufen muss .So weit meine Lebensumstände.
Wir hatten schon einen Frauenkreis, eine Gemeindeversammlung und viele Besuche bei den Gemeindemitgliedern. Ich wurde gefragt nach meinen Vorstellungen und Wünschen in diesen 6 Monaten und viele meiner Gedanken wurden mit großer Freude aufgegriffen. Wir werden auf dem Kirchengrundstück für die Jugendlichen in Eigenarbeit und mit einer Konfirmandenspende von Jürgen Pabst ein Beachvolleyballfeld bauen. Wir werden 1 mal im Monat einen Männerkreistreff machen und gemeinsam diskutieren und Karten spielen , ebenfalls 1 mal im Monat wollen wir mit Jugendlichen eine Disco machen, damit mal Leben außerhalb des Sonntags in die Kirche kommt. Und schließlich sammeln wir Fliesen, Reste, die jeder noch zu Hause hat. Ein Gemeindemitglied hat sich bereit erklärt, im Gemeindehaus den Fußboden zu fliesen. Ich habe es bei ihm zu Hause gesehen. Sieht richtig künstlerisch aus und kostet nur das Fugenmaterial. Ich glaube, dass ich zurzeit die Begeisterung ausnutzen sollte und die große Hilfsbereitschaft.
Das Klima ist für mich besser zu ertragen, als ich befürchtet hatte. Im Hause läuft aber immer der Ventilator, sonst wäre es nicht zu ertragen.
Am Sonntag habe ich den Gottesdienst mit vorbereitet, in dem ich Plakate gemalt habe. Hat viel Spaß gemacht! In diesem Gottesdienst bin ich dann auch vorgestellt und gesegnet worden .Luceny ist glücklich, nicht mehr alleine im Haus zu wohnen, jemanden an ihrer Seite zu haben und sich bekochen zu lassen. Mir macht das Freude.
Heute bin ich das erste Mal zu einer Bootsfahrt auf dem Rio Branco eingeladen worden . Das war unbeschreiblich schön. Ein hunderte Meter breiter Fluss und als Begrenzung Urwald . Imponierend! Jetzt werde ich für heute schließen. Liebe Grüße aus Brasilien Sibylle Wilke"


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