Andacht zum 3. Mai 2020

Barsinghausen, 30. April 2020

Jubilate !?

„Jubilate – Jubelt“ - so heißt dieser Sonntag. Der Jubel bleibt uns gerade eher im Halse stecken. Aber der Psalmbeter lässt sich nicht beirren: „Jauchzt Gott, alle Lande. Lobsinget zur Ehre seines Namens. Wie wunderbar sind seine Werke.“ (Psalm 66,1+2). Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Schöpfung und Neuschöpfung. Der Freude über die Auferstehung.

Der Osterjubel klang in diesem Jahr so anders als sonst. Von Balkonen und Terrassen. In großer Distanz.  Aber – ich habe ihn gehört. Anders als in den letzten Jahren. Aber besonders innig gesungen. Verbunden mit Sehnsucht und Hoffnung. Dieses Osterfest werden wir nicht vergessen. Und die neue Osterkerze – sie brennt nun jeden Tag, wenn die Klosterkirche geöffnet ist.

„Christus spricht: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Bleibt in mir und ich in euch… Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“ (Joh 15,1+5)

Wir sollen dranbleiben. Im Glauben an Gott. Gerade in diesen heftigen Zeiten gibt der Glaube an Gott mir Kraft. Durchzuhalten. „Bleibt in mir und ich in euch“, sagt Jesus. Bleibt dran. An der christlichen Gemeinschaft, auch wenn wir sie in diesem Frühjahr so ganz anders erleben, als wir uns das wünschten. Wir konnten keinen großen Festgottesdienst zu Ostern feiern. Die Kantorei darf noch nicht singen. Wie schade. Wie viele vermissen das. Den Seniorenkreis. Die Konfirmandengruppe. Die große Geburtstagsfeier. Das Miteinander. Den Kontakt. Erstmals haben wir in der Passionszeit und an Ostern Videoandachten gedreht und sie ins Internet gestellt. Notgedrungen. Weil wir nicht in der Kirche feiern durften. Es war erstaunlich, woher Rückmeldungen kamen. Aus dem Senegal oder aus einem Studienort, wo eine ehemalige Teamerin Theologie studiert. Von einer 90-jährigen aus dem Seniorenkreis oder von einer Konfirmandin. Wir waren verbunden. Wir sind verbunden. Anders als wir uns das wünschen.

Ich sehne mich nach Gemeinschaft. Mehr denn je. „Christus spricht: Bleibt in mir und ich in euch… Ich bin der Weinstock. Ihr seid die Reben.“ Wir sind verbunden – mehr und anders als wir wissen. Es gibt etwas in unserem Miteinander, das größer ist als ich. Größer als du. Größer auch als wir zusammen. Es umfasst uns. Ist in uns und um uns. Gottes Herrlichkeit leuchtet durch uns hindurch. Wir sind Äste an einem Baum. Reben an einem Weinstock.

Bleiben wir dran, damit wir spüren, wie wir dadurch Kraft erhalten.

Ihre/ eure Pastorin Uta Junginger