Das Interview: Siegfried Glander

Pressemitteilung Petrusgemeinde Barsinghausen, 24. November 2023

"Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ (Jahreslosung 2024)

Siegfried Glander ist 73 Jahre alt, er ist in Bad Nenndorf geboren, mit drei Jahren nach Barsinghausen gezogen und führt hier seitdem ein glückliches Leben. Er erinnert sich lebhaft an viele Momente aus seiner Kindheit und an die Erlebnisse mit seinen Großeltern. Er sagt, es gehe ihm wunderbar, er lebe im Moment, er ist zufrieden. Mit seiner Ehefrau ist Herr Glander seit 52 Jahren verheiratet. Er hat vier Kinder, denn er zählt auch seine Schwiegertochter und die Enkelkinder dazu. Er trinkt gern Kaffee - schwarz und viel, isst aus Umwelt-und Tierschutzgründen immer weniger Fleisch. Er mag das Meer mehr als die Berge, vor allem die Nordsee mit ihrer rauen Luft. Er werkelt gerne in Haus und Garten und geht täglich an die frische Luft. Er wünscht sich Gesundheit für seine Familie und sich selbst, einen klaren Verstand bis zum Lebensende und dass er seinen Glauben nie verliert.

Siegfried Glander arbeitete zuletzt als Heizungsbautechniker im Außendienst einer Schweizer Firma mit einer Niederlassung im Schwarzwald. Er hatte wenig Zeit für Hobbys. Umso mehr lebt er sie jetzt als Rentner aus.

Herr Glander, erzählen Sie über Ihre Hobbys

Mit 60 Jahren wollte ich vor meinem Renteneintritt etwas Neues erlernen. So habe ich bei der VHS im Kurs „Schreiblust“ gelernt Kurzgeschichten zu schreiben. Die Geschichten schreibe ich bis heute noch und werde irgendwann die besten Stücke für mich drucken. Irgendwann fing ich an, mich für meine Familiengeschichte zu interessieren. Zum Glück lebte mein Onkel noch, er konnte mir viel erzählen. Aus seinen Geschichten entstand ein kleines Buch, das für allgemeine Begeisterung sorgte.

Ich engagiere mich gerne beim Männerfrühstück in der Petrusgemeinde. Ohne Winfried Noack standen wir plötzlich allein da, wollten aber unbedingt, dass das Frühstück weiter stattfindet. So haben wir uns in Zuständigkeiten aufgeteilt. Günter Köps übernimmt die Einladungen und Organisation und Wolfgang Arndt den Einkauf (Wurst, Käse u.s.w.) und Vorbereitung des Frühstücks. Erwin Becher ist für den Einkauf der Brötchen zuständig, er kocht Kaffee und Tee und Karl Heinz Gärtner für den Einkauf von Mett (muss frisch sein) und deckt die Tische. Ich vertrete meine Teamkollegen bei Urlaub oder Krankheit und sorge dafür, dass der christliche Inhalt nicht vergessen wird (Gebet und  Männergottesdienst). Wir treffen uns nicht nur zum Frühstücken, wir wandern auch gemeinsam und gestalten Männergottesdienste. Es wäre ganz schön, wenn noch ein paar junge 60- Jährige hinzukommen würden.

Außerdem gehe ich regelmäßig zum Bibelkreis der Petrusgemeinde. Ohne Vorkenntnisse und ahnungslos setzen wir uns mit dem Bibeltext auseinander, manchmal kommt Pastor Förster hinzu und öffnet uns die Augen. Wir sind nicht viele, doch Jesus sagte „…wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Da merke ich diesen Geist, ich spüre ihn, auch wenn wir wenige sind. Am Ende gehen wir mit dem Gefühl nach Hause die Lösung im Text gefunden zu haben.

Gibt es einen Leitsatz aus der Bibel, der Ihnen Halt gibt?

Ja, den gibt es. Er stammt aus Psalm 27 und lautet: „Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?"

Meine Großeltern mütterlicherseits waren strenggläubig. In allem was sie taten - bei der Ernte oder im Krieg - verließen sie sich voll und ganz auf Gott, Er würde alles richten. Meine Oma zeigte mir die grausamen Bilder mit den Teufeln aus der Heiligen Schrift und sagte: „Wenn die bösen Buben dich locken, so folge denen nicht. Sonst wird es dir auch so ergehen.“ Später, im Erwachsenenalter, kam mir durch einen Zufall die Bibel in die Hand. Ich habe sie drei Mal durchgelesen und beim dritten Mal sind mir diese Sätze ins Gesicht gesprungen. Sie geben mir Kraft, mich kann nichts treffen. Das Geschenk des Glaubens wird jedem von uns von Gott angeboten. Wir entscheiden, ob wir dieses Geschenk annehmen. Ich habe für mich persönlich Regeln für mein Leben gefunden, zum Beispiel in der Bergpredigt oder in den 10 Geboten. Es gelingt mir bei weitem nicht, danach zu leben. Gott straft nicht, doch ich denke, dass es ein Gericht gibt. Ich hoffe, dass mein Bemühen ausreicht, um vor Gericht zu bestehen. Je älter ich werde, umso mehr denke ich über das Sterben nach und ich habe immer weniger Angst davor.

Herr Glander, das Losungswort für das kommende Jahr stammt aus dem 1. Korintherbrief „Alles was ihr tut, geschehe in Liebe“. Was ist Ihre Haltung dazu?

Ich stehe dem kritisch gegenüber. Es kommt ja von Paulus. In seinen Briefen fordert er, er urteilt, beurteilt und ist manchmal anmaßend. Durch seine Missionarstätigkeit, aber auch durch seine dominante Art hat er viele zum Christentum gebracht. Liebe ist etwas, was aus dem Inneren kommt. Liebe zu Gott, meiner Frau und meiner Familie oder die Nächstenliebe - das ist etwas, was ich geben kann, ich gebe es von der Seele her, erwarte aber nichts zurück. Wenn man das Wort Liebe zu oft verwendet, wird es abgenutzt. Wenn ich wirklich alles, was ich tue, in Liebe oder aus Liebe mache, dann wird Liebe zu einem gewöhnlichen Begriff. Liebe kann in meinen Augen nicht gewöhnlich sein.

Stellen Sie sich vor, am Thie steht ein großes Plakat auf dem ein Wort, ein Spruch oder ein Zitat für alle Barsinghäuser:innen zu lesen ist. Was wäre das?

„Lasst uns gegen Dummheit kämpfen“ – die einzige Ressource, die wir in unserem Land haben, sind die Menschen. Nur gebildete Menschen können dieses Land voranbringen. Ich meine unsere Jugendlichen sind oft demotiviert und die Menschen insgesamt machen sich viele Sorgen. Sorgen machen bringt nichts. Denn Gott ist unser Licht und unser Heil.

Das Format

In unserer Serie "Das Interview - Elena Kerbs im Gespräch mit..." stellen wir Menschen vor, die uns begeistern. Damit sie und ihre Geschichten nicht im Verborgenen bleiben. Elena Kerbs fragt nach: Wer bist Du und was treibt Dich an? Als roter Faden zieht sich die Jahreslosung durch das Interview.

Die Jahreslosung 2024 steht im Neuen Testament (1. Brief an die Gemeinde in Korinth, Kapitel 16 Vers 14): Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.