Neue Perspektiven in der Johanneskirchengemeinde in Empelde
Seit fast eineinhalb Jahren darf die Johanneskirche in Empelde nicht betreten werden. Für Taufen und Andachten steht die Taufkapelle zur Verfügung, im Gemeinsaal feiern die Johannesgemeinde und auch die katholische Gemeinde seitdem Gottesdienste. Wie geht es weiter mit dem Gebäude? Und wie ist insgesamt die aktuelle Situation in der Gemeinde? Darüber informierten der Kirchenvorstand unter Leitung von Julia Eisengarten und mehrere Hauptamtliche die rund 60 Anwesenden am Freitag, 27. Februar.
Deutlich wurde: Es gibt wieder einen engagierten Kirchenvorstand bestehend aus sieben Personen, die etwas verändern wollen und denen die Zukunft der Gemeinde am Herzen liegt, wie Julia Eisengarten in der Begrüßung sagte. Nach dem Weggang beider Pastorinnen hat Pastorin Rebecca Schoppe aus Weetzen einen dauerhaften regionalen Anteil einer halben Stelle mit Schwerpunkt in der Arbeit mit Familien. Mit Pastor Andreas Ströble aus Ronnenberg teilt sie sich die Kasualien in Empelde. "Einiges läuft schon regional, wie die Konfi-Zeit und wir verstehen uns als Team für die Region", erklärte Andreas Ströble. Weiterhin ist immer noch eine halbe Stelle für eine Pfarrstelle in Empelde ausgeschrieben und seit Anfang Februar Diakon Titus Lensch mit einer vollen Stelle in der Region Ronnenberg tätig, davon ebenfalls mit halber Stelle in Empelde.
Ende letzten Jahres hat die Kirchenkreissynode für den ganzen Kirchenkreis über die Gebäudepriorisierung beraten, weil 30 Prozent aller Gebäude zukünftig nicht mehr durch finanzielle Mittel unterstützt werden. "Dafür hat der Kirchenkreis eine Art Ampel beschlossen. Gebäude mit grüner Priorisierung bekommen weiterhin Zuweisungen, rot heißt, dass es keine Zuweisungen mehr gibt und gelb wird überprüft. Die gute Nachricht ist, dass das gesamte Gemeindezentrum mit dem Familienzentrum, der Kita, dem Pfarrbüro und der vermieteten Wohnungen und dem Gemeindesaal auf grün steht", stellte Burkhard Manke aus dem Kirchenvorstand klar. Aber: die Kirche ist in der roten Kategorie eingestuft und wird somit auch künftig keine Mittel erhalten. Burkhard Manke erinnerte an den Grund für die Kirchenschließung: Im November 2023 stürzte in Kassel ganz plötzlich das Dach einer Kirche ein, dessen Konstruktion mit geklebten Holzverbindungen zu einer Überprüfung ähnlicher Klebeverbindungen in Empelde geführt hat. Die Unbedenklichkeit des Daches kann nicht nachgewiesen werden. Deshalb wurde die Schließung der Kirche angeordnet. "Es gibt keine Unterlagen mehr zur konkreten Konstruktion in Empelde und niemand kann eine Entscheidung treffen, dass künftig keine Gefährdung vorliegt. Wir können es nicht verantworten, die Kirche zu öffnen“, betonte er und sprach davon „ob ein Denkmalschutz für das Kirchgebäude vorliegt, wird laut Landeskirche noch geprüft“. In dieser Lage stellte der Kirchenvorstand in der Versammlung eine Idee vor, die auf viel positive Resonanz stieß: die Gründung eines Kirchbauvereins. Dieser würde sich um das Einwerben von Mitteln für eine Sanierung des Daches kümmern können und später das Gebäude auch wieder möglichst vielfältig für Veranstaltungen zu öffnen, wie Konzerte oder Ausstellungen. Für alle Veränderungen in der Zukunft brauche die Gemeinde und damit die ganze Region der Gemeinden in ganz Ronnenberg „einen langen Atem und Leute, die sich einbringen und was bewegen wollen“, wie Julia Eisengarten zum Abschluss sagte.
Fotos und Text: Freitag