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KKT 23.2.2018

Nachricht Barsinghausen, 24. Februar 2018

Drei Regionen entsenden Mitglieder in den künftigen Kirchenkreistag

Das letzte Amtsjahr des Kirchenkreistages (KKT)  begann am Freitag, 23. Februar, mit einer Sitzung in der Petrusgemeinde Barsinghausen - gleichzeitig entschieden die Delegierten bereits jetzt über die künftige Größe und Wahlbezirke für den neuen Kirchenkreistag, der dann im Frühjahr 2019 seine Arbeit aufnehmen wird. Superintendentin Antje Marklein stellte eine umfangreiche Beschlussvorlage vor. Vor sechs Jahren, so erinnerte sie die Mitglieder, beschritt der damalige KKT einen neuen Weg: Statt Delegierte nach Gemeindegröße jeweils von einer Gemeinde zu entsenden, wurden drei Wahlbezirke parallel zu den Regionen gebildet. "Damit verband sich das Ziel, die Regionen zu stärken. In den letzten Jahren haben sich die Regionen weiterentwickelt, teil gut, teils mit Hemmnissen", sagte sie. Einen großen Nachteil brachte das neue Wahlverfahren mit sich: wenn ein Mitglied aus dem KKT ausscheidet und ein neues Mitglied benannt werden muss, müssen alle Kirchenvorstände der jeweiligen Region dies beschließen. "Das hat leider nicht geklappt und führte dazu, dass Nachrücker nicht rechtzeitig benannt wurden", erklärte Antje Marklein. Andererseite sehe sie keine Alternative zu den Regionen und Wahlbezirken, um auch zu erreichen, dass Mitglieder des KKTs nach Fachlichkeit und Interessen entsendet werden und nicht nach Gemeindezugehörigkeit. "Es gibt genug gelungene Beispiele für gute regionale Zusammenarbeit". Nach ausführlicher Diskussion im Kirchenkreisvorstand wurde dem KKT nun eine mehrteilige Beschlussvorlage vorgelegt - diese sah zum einen die bisherigen drei Wahlbezirke parallel zu den Regionen vor und als Alternative eine in drei Wahlbezirke aufgeteilte Region Gehrden-Wennigsen. Im ersten Beschluss entschieden nach kurzer Diskussion die KKT-Mitglieder bei einer Enthaltung, dass der künftige KKT aus 45 zu wählenden Mitgliedern bestehen soll. Anschließend wurde über die Beschlussempfehlung, weiterhin drei Wahlbezirke zu bilden, abgestimmt - diese Abstimmung ergab eine knappe Mehrheit (12 ja, 9 nein, 11 Enthaltungen).

Zu Beginn des KKT wendete sich die Vorsitzende des Diakonieausschusses, Christa von der Decken-Eckardt an die Anwesenden. Erstmals seit Bildung des Diakoniefonds im Kirchenkreis überschritten im letzten Jahr die Ausgaben in Höhe von 3750 Euro die Einnahmen von 3400 Euro aus Kollekten und Beiträgen von 16 Kapellen- und Kirchengemeinden, berichtete sie und dankte zum Einen für die Unterstützung und warb zugleich für weitere Zuwendungen. Aus dem Diakoniefonds kann Kirchenkreissozialarbeiterin Andrea Schink unmittelbar kurzfristige Hilfen gewähren, zum Beispiel für Zuschüsse für Klassenfahren, für Stromkosten oder andere Notfälle für Menschen, die von Armut betroffen sind. Für 24 Einzelfälle konnte sie in 2017 Beträge zwischen 50 bis 600 Euro bewilligen. Insgesamt unterstützte die Kirchenkreissozialarbeit durch weitere Anträge bei Stiftungen oder der HAZ Weihnachtshilfe Menschen in Not mit 47000 Euro. Die unbürokratische Hilfe aus dem Diakoniefonds sorge für "Sonnenstrahlen", zitierte Christa von der Decken-Eckardt die Kirchenkreissozialarbeiterin.

"Zeit für Freiräume 2019"

Es ist eine besondere Einladung der Landeskirche für das nächste Jahr, die Dr. Karoline Läger-Reinbold im KKT vorstellte. Sie koordiniert die "Zeit für Freiräume 2019". "Dieses Vorhaben ist bewusst kein Projekt. Wir haben keine klaren Zielvorgaben. Es kann sogar scheitern. Wir wollen im nächsten Jahr Routinen hinterfragen. Mehr Zeit haben für das Wesentliche", sagte sie. Nach zehn Jahren auf dem Weg zum Reformationsjubiläum, den Kirchenvorstandswahlen in diesem Jahr, die Verfassungsreform der Landeskirche, könne das nächste Jahr als Experiment verstanden werden. Ähnliche Vorhaben wurden bereits in einer Kirchengemeinden in Waren an der Müritz realisiert oder auch 2015/2016 im Bistum Osnabrück. "Wir erleben auch in der Kirche eine Verdichtung von Arbeit, eine soziale Beschleunigung. Die Trennung von Privatheit und Beruf fällt immer schwerer. Das betrifft nicht nur Hauptamtliche, sondern auch Ehrenamtliche", erkärte Karoline Läger-Reinbold. "Zeit für Freiräume 2019" setze auf Freiwilligkeit, auf Partizipation und Selbstwirksamkeit - und auf die Experimentierfreudigkeit in Gemeinden und Gruppen. Auf einer Homepage und in ihrer Präsentation im KKT stellte sie erste Ideen vor. Denkbar seien kürzere oder weniger Gremiensitzungen, stille Andachten, für die die Kirchen geöffnet werden, bewusste Auszeiten, Pausen am Tag, Gottesdienste mit anderer Liturgie, eine Liste mit Dingen, die in 2019 nicht gemacht werden. Gleichzeitig könnten neue Veranstaltungen ausprobiert werden, wie zum Beispiel eine "Afterwork-Kirche" zum Feierabend oder ein gemeinsames Kochen. "Für diese neuen Veranstaltungen gilt dann das Prinzip 2:1. Für jede neue Veranstaltung werden zwei sonst übliche Veranstaltungen gestrichen". Im Herbst 2018 erscheint außerdem ein Begleitbuch für das Jahr, eine Art Kladde mit kleinen Text-Impulsen und vielen freien Seiten, um die Eindrücke aus dem Jahr für Freiräume festhalten zu können.
 

Zur Homepage von "Zeit für Freiräume 2019"

Ausschuss für Bildung und Kultur löst sich auf

Seit Mai 2013 gab es den Kirchenkreistags-Ausschuss für Bildung und Kultur. Jährlich luden die Mitglieder zum Beispiel Religionslehrerinnen und -lehrer zu einem religionspädagogischen Fachtag ein. Es entstand eine Liste mit Bildungsangeboten im Kirchenkreis. Nun hat der Ausschuss beschlossen, die Arbeit zu beenden. "Eine Schwierigkeit war, dass der Auftrag für den Ausschuss von Anfang an unklar zu beschreiben war, weil es auch Überschneidungen mit anderen Ausschüssen gab. Die Mitglieder fragten sich oft, worin die eigene Bestimmung lag", berichtete Superintendentin Antje Marklein im KKT. Außerdem fanden die Angebote des Ausschusses am Ende auch zu wenig Anklang, sagte sie. Im Ausschuss arbeiteten fünf Mitglieder des Kirchenkreistages, außerdem zwei Gäste aus dem Nachbarkirchenkreis Laatzen-Springe.