Abschied von der Kinderkantine

Nachricht Wennigsen, 19. Juni 2026

Mit dem neuen Schuljahr endet die Kinderkantine in Wennigsen

Am Anfang stand eine Idee, die mehrere Frauen in die Tat umgesetzt haben. "Es fehlten Hortplätze in Wennigsen und das führte unter anderem dazu, dass vor allem Frauen ihre Arbeitszeiten nicht erweitern konnten, weil die Kinder mittags aus der Grundschule nach Hause kamen", erinnert sich Diakon Martin Wulf-Wagner an die Anfänge der Kinderkantine, dem pädagogischen Mittagstisch mit Hausaufgabenbetreuung im "Meriba" in Wennigsen im Jahr 2007. Im zwei Jahre zuvor neu gebauten Kinder- und Jugendhaus "Meriba" direkt neben dem Gemeindehaus fanden die Initiatorinnen, die für Kinder aus dem Ort dieses Angebot aufbauen wollten, den passenden Raum. Zunächst an zwei Tagen in der Woche für 15 Kinder, später erweitert auf drei Tage und schnell auf fünf Tage für mittlerweile 30 Kinder boten das Meriba und das Gemeindehaus den Rahmen. Weil nicht alle Kinder jeden Tag die Kantine besuchten, hatten teils bis zu 55 Kinder hier an mehreren Tagen der Wochen einen Platz.

Grundschulkinder gingen nach der Schulzeit mittags in das Gemeindehaus zum gemeinsamen Essen, anschließend betreuten Ehrenamtliche die Hausaufgaben und es blieb Zeit zum Spielen. Nun, nach 19 Jahren, endet das Angebot. "Ab dem nächsten Schuljahr haben Eltern einen Rechtsanspruch auf kostenlose Ganztagsbetreuung in der Schule. Wir haben versucht, mit der Gemeinde Wennigsen als Schulträger ins Gespräch zu kommen, aber das führte zu keinem Ergebnis, zumal wir nicht ins ungewisse weiterplanen konnten. Und so endet die Kinderkantine leider", erklärt Martin Wulf-Wagner. 

Zum Abschied, auch um dem Team um Melanie Günther und ihrer Vertreterin Silvia Hollstein, FSJler und Praktikanten, den Ehrenamtlichen aus der Hausaufgabenbetreuung zu danken, lädt die Gemeinde am Samstag, 27. Juni, um 15 Uhr zu einem Familiengottesdienst in die Klosterkirche ein. Anschließend ist ein Kinderfest rund um Kirche und Gemeindehaus geplant. 

"Die Kinderkantine hatte eine große Bedeutung für den Ort, für die Kinder und Familien und auch für die Kirchengemeinde. Sie war ein Herzstück und der Abschied fällt schwer. Der Ort war für die Kinder nicht nur eine "Betreuung" nach Schulschluss, sondern ein Ort für Begegnungen, für gemeinsames Essen und Spaß mit Freundinnen und Freunden. Und es hat Familien entlastet", betont der Diakon. Der soziale Aspekt war wichtig. Es gab gestaffelte Beiträge, Zuschüsse aus dem Bildungs- und Teilhabepaket halfen und die Gemeinde Wennigsen zahlte ab 2016 zehn Plätze für Kinder mit Migrations- und Fluchtgeschichte. "Wir danken allen, die das Projekt gefördert haben. Ohne die Ehrenamtlichen und vielen Spenden von Firmen oder Privatpersonen, ohne Kollekten in Gottesdiensten oder auch Zuschüssen der Region Hannover, der Gemeinde Wennigsen, kirchlichen Stiftungen und dem Diakonischen Werk der Landeskirche hätten wir das nicht schaffen können", sagt Martin Wulf-Wagner. Neben den Elternbeiträgen waren jährlich rund 20000 bis 30000 Euro an Mitteln zur Finanzierung der Kinderkantine nötig. Mehr als eine halbe Million Euro wurden so durch Zuschüsse und Spenden in den 19 Jahren aufgewendet. 

Wie es mit dem Kinder- und Jugendhaus Meriba weitergeht, ist derzeit noch unklar. Es gibt einzelne Gruppen, die das Haus nutzen. "Wir werden sehen, welche Ideen sich neu ergeben", so Martin Wulf-Wagner.

Foto und Text: Freitag

Fest zum Abschied

Zum Abschied von der Kinderkantine lädt die Marien-Petri-Gemeinde am Samstag, 27.6., um 15 Uhr zu einem Familiengottesdienst in die Klosterkirche Wennigsen ein. Anschließend gibt es ein Fest mit Spielangeboten.