MAUERSEGLER haben ihre neuen Quartiere an der Thomaskirche in Hohenbostel bezogen!
Der Mauersegler:
Der Mauersegler ist ein Zugvogel, der der Schwalbe ähnelt, aber nicht mit ihr verwandt ist. Durch Gebäudesanierungen und den Verlust von Nistmöglichkeiten wird sein Lebensraum jedoch zunehmend eingeschränkt.
Mauersegler verbringen fast ihr gesamtes Leben in der Luft und landen nur zur Brutzeit. Sie ernähren sich ausschließlich von fliegenden Insekten und sind daher besonders vom Insektenrückgang betroffen. Aufgrund ihrer Körperform können sie vom Boden kaum wieder starten, wenn sie dort landen.
Eine besondere Anpassung zeigen die Jungvögel: Bei länger anhaltendem Schlechtwetter können sie ihren Stoffwechsel stark reduzieren und mehrere Tage ohne Fütterung überstehen. Die Altvögel suchen in dieser Zeit oft weit entfernte Gebiete mit besserem Nahrungsangebot auf. Nach dem Ausfliegen bleiben junge Mauersegler bis zur Geschlechtsreife zwei bis drei Jahre nahezu ununterbrochen in der Luft. Die Tiere können ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen.
Aktion Mauerseglernisthilfe:
Am Kirchturm in Hohenbostel wurden über viele Jahre hinweg von unserer Pastorin Elke Pankratz-Lehnhoff Mauersegler beobachtet. Daraus entstand im Jahr 2018 die Idee, zusätzliche Brutplätze für die Vögel zu schaffen.
Nach der Klärung zahlreicher Fragen zu Standort, Denkmalschutz, Finanzierung und Montage konnte das Vorhaben dank des engagierten Zusammenwirkens vieler Beteiligter verwirklicht werden. Maßgeblich beteiligt waren die Schwalbenschutzbeauftragte der Region Hannover, Kerstin Cuccureddu, der Umweltausschuss mit Heiko Looks, Sabine Wichert, Mary Bootsmann, Stella Cani und Rainer Bernsdorff sowie der NABU Barsinghausen und einige Gemeindeglieder als Finanziers des Projekts.
Einen wichtigen Beitrag leistete außerdem das Malergeschäft Folkher Drape aus Barsinghausen, das die Nistkästen unentgeltlich strich. Den abschließenden Schritt übernahm schließlich das Dachdeckerunternehmen Christian Akmann aus der Nachbarschaft: Mit Hilfe eines Hubwagens brachte es die Kästen in rund 15 Metern Höhe unter dem Dachsims an.
Am 29. Juni 2019 waren die neuen Brutplätze für die Mauersegler schließlich fertiggestellt.
Bereits ein Jahr später wurden die Kästen von den ersten Mauerseglern inspiziert. Nach mehreren Jahren der Eingewöhnung sind sie heute erfolgreich angenommen.
Die Aktion gab den Anstoß für weitere Naturschutzmaßnahmen in der Gemeinde. Es entstanden Insektenhotels, Wildblumenflächen, Nistkästen, eine Schleiereulenkiste sowie neue Hecken und Baumpflanzungen. Diese Maßnahmen fördern die Artenvielfalt und zeigen, wie Naturschutz vor Ort langfristig wirksam sein kann.
Wilhelm Böhm, Mitglied NABU Barsinghausen


